Von Kontinent zu Kontinent…

veröffentlicht am 11.Februar 2013

Nach einer kurzen, aber schönen und wohltuenden Zeit in der Schweiz, während der wir meine Familie  und einige Freunde sehen konnten, Koffer umpackten und froren, flogen wir am 6. Februar weiter nach Panama. Nach einem Zwischenhalt in Madrid kamen wir dank der Zeitverschiebung bereits am späteren Nachmittag in Panama City an und genossen den schönen Landeanflug, bei dem wir die imposante Skyline der modernsten Stadt in Mittelamerika bewundern konnten. Wir wurden von einem OM-Mitarbeiter abgeholt und im Gespräch mit ihm passierte es uns die ganze Zeit, dass wir „oui“ anstatt „sí“ sagten. Wir wurden zum Busterminal gefahren und konnten sogleich in den Bus nach David einsteigen, der Hauptstadt der Provinz Chiriquí, in der sich auch Volcán befindet, wo wir wohnen werden. Es war nun (19.00 Uhr) bereits dunkel und die Busfahrt schien zuerst dank genügend Platz und chilliger Salsa-Musik recht angenehm zu werden, bis wir nach 5 Minuten merkten, dass wir in einem Kühlschrank, wenn nicht Gefrierkühltruhe gelandet sind. Während es draussen noch angenehm warm war, war es drinnen so kalt, dass auch das gerade aus diesem Grund in den Bus mitgebrachte Jäckchen nur noch herzlich wenig nützte. So hofften wir bald nur noch, dass die Zeit schnell vorübergehen würde und versuchten, etwas zu schlafen (schliesslich wäre es nach Schweizer Zeit bereits nach Mitternacht gewesen). Nach ein paar Stunden Fahrt gab es einen kurzen Halt und wir wollten eigentlich etwas zu essen kaufen, hatten aber in unserem Zustand nicht die Nerven uns gegen die einheimischen Vordrängeler durchzusetzen. Nach ein paar weiteren kühlen Stunden im Bus kamen wir nachts um 2.00 Uhr in David an, wo wir von Albin, einem Mitarbeiter von OM, abgeholt und nach Volcán gefahren wurden, was nur eine knappe Dreiviertelstunde dauerte, obwohl Volcán 1400 Höhemeter höher liegt. In einer der OM-Unterkünfte angekommen fielen wir todmüde ins Bett.

Da wir ja vier Tage später bereits wieder nach Ecuador zu meinem Bruder reisen würden, verbrachten wir die folgenden Tage hauptsächlich damit, uns etwas einzuleben, die Leute von OM kennenzulernen und uns die Umgebung etwas anzuschauen. Wir kommen momentan nicht darum herum, intuitiv alles mit Madagaskar zu vergleichen und erleben eine Art „umgekehrter“ Kulturschock oder wie man das auch immer nennen soll. Während in Madagaskar eigentlich alles ziemlich fremd, ungewohnt und auch sehr simpel war, scheint hier Vieles ziemlich modern zu sein (halt Ami-beeinflusst) und unser Alltag wird wohl ganz anders aussehen als in Madagaskar. So sind wir auf alle Fälle sehr dankbar für all das Spezielle und Aussergewöhnliche, das wir in Madagaskar erleben durften und ehrlich gesagt sind wir noch nicht sicher, wie sehr uns der doch irgendwie „schweizähnliche“ Lebensstil hier zusagen wird… Etwas erinnerte uns jedoch sofort an Madagaskar: Als wir am ersten Tag mit Albin "typisch panamesisch" essen gingen und er Reis mit Fleisch ankündigte, befürchteten wir schon, in den nächsten Monaten wieder ständig Reis sehen zu müssen. Doch so schlimm wird es sicher nicht werden (nur schon "dank" des amerikanischen Einflusses) und ausserdem schmeckte uns das Reis hier bisher viel besser, da es nicht wie in Madagaskar ohne Salz gekocht wird und etwas leichter ist. Genial sind ausserdem die frischen und erfrischenden Fruchtsäfte, die hier zu jedem Essen Standard zu sein scheinen.

An unserem zweiten Tag hier hatten wir unseren Jetlag langsam überwunden und besuchten am Nachmittag mit einer interessant zusammengesetzten Gruppe (ein Argentinier, der in Australien lebt – eine Schweizerin, die in der Türkei lebt – eine Südkoreanerin, die in Jordanien lebt – ein Moldawier, der in Ägypten lebt), die sich momentan gerade auch bei OM aufhält, den Parque Nacional de Amistad, ein Nebelwald, der in der Nähe von Cerro Punta, ca. eine halbe Stunde von Volcán entfernt liegt. Den nächsten Tag verbrachten wir wiederum mit dieser Gruppe (plus einem Finnen) und Albin in David, wo wir zuerst bei einer Radiostation waren und später eine Jugendgruppe besuchten, wo die internationale OM-Gruppe von ihrer Arbeit erzählte. Danach wurden wir direkt zum Busbahnhof gefahren, wo wir den 23.00-Uhr-Bus in Richtung Panama City nahmen. Diesmal waren wir auf die Kälte gefasst und hatten eine Jacke und eine Decke dabei und so war es aushaltbar. Ausserdem hatten wir dank Albin die vordersten Plätze im oberen Stock des doppelstöckigen Busses gekriegt und hatten deshalb viel Beinfreiheit, nur musste sich leider gleich in den ersten fünf Minuten hinter uns jemand übergeben. Irgendwann hielt ich es für beruhigender, den Vorhang des Frontfensters zuzuziehen, denn der Fahrer versuchte wohl, einen neuen Streckenrekord aufzustellen, was er schlussendlich vielleicht sogar erreichte, denn wir kamen eine Stunde früher als geplant, bereits um 4.30 Uhr morgens in Panama City an. Dort suchten wir zuerst ein Hostal auf, deponierten unsere Sachen im Schlafsaal und machten uns nach dem Morgenessen und einer erfrischenden Dusche zu Fuss auf in die Altstadt. Da es Sonntagmorgen war, war es relativ ruhig und der Spaziergang auf der Uferpromenade mit Aussicht auf die Wolkenkratzer auf der anderen Seite der Bucht war herrlich (ausser dass es schon um 8.00 Uhr ziemlich heiss war). Die Altstadt (Casco Viejo oder Casco Antiguo genannt) überraschte uns sehr positiv, da wir gar nichts Grossartiges erwartet hatten. Die vielen herzigen alten Häuser mit einigen Ruinenhäusern dazwischen, die Sicht auf das Meer und die Salsa-Musik, die aus jeder Ecke klingt, verleiht diesem Stadtteil wirklich ein einzigartiges Flair und er gehört wohl auch nicht umsonst zum Unseco-Weltkulturerbe. Wir flanierten also in aller Ruhe durch die Altstadt und machten uns nach einem stärkenden Kaffee auf den Weg in den modernen Stadtteil, der mit seinen vielen Wolkenkratzern und architektonischen Selbstverwirklichungsversuchen total in Kontrast zur Ruhe und Beschaulichkeit der Altstadt steht. Völlig unsonntäglich landeten wir nach einem schweisstreibenden Spaziergang in einem Einkaufszentrum, wo wir uns zur Erfrischung sogleich einen Mojito gönnten. Da in diesem Stadtteil am Sonntag ansonsten gar nichts los war, landeten wir nach Verlassen dieses Einkaufszentrums bald im nächsten… Nach Madagaskar ist dieser extreme Überfluss und angebotene Luxus einfach extrem. Etwas benebelt kehrten wir gegen Abend ins Hostal zurück, wo wir die Einladung unserer vier deutschen Zimmergenossen, mit ihnen zum Carnaval zu kommen nach den nur ca. 4 Stunden Schlaf der vorherigen Bus-Nacht dankend ablehnten.

Heute Morgen flogen wir von Panama City nach Quito (Ecuador), wo wir bis Ende Februar bleiben werden. Auf dem Programm steht die Reise von Quito nach Cuenca zu Valentin (mit Zwischenhalt in Latacunga und Baños) und eine mehrtätige Exkursion in den Regenwald des Amazonasbeckens im Osten Ecuadors.

 

  • Feb 12 2013 12:01 PMRoman Mattle: Guten Tag zusammen, es freut mich, dass alles gut gegangen ist und ganz herzlichen Dank für die liebe Postkarte; schön, herzlicher Gruss MAWI Team
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